XMas revisited

XMas revisited

oder was man sonst noch über Weihnachten wissen könnte

WEIHNACHTEN: Weihnachten kann man guten Gewissens als „psychologischen Effekt“ beschreiben. Nirgendwann sonst im Jahr prasseln derart viele Wirkmechanismen auf uns nieder, wie in dieser „Jahreszeit“. Von unserer Familie, über unsere Umwelt bis hin tief in die Mauern der Kirchen spannt sich ein mysteriöser Nebel der Verklärung auf. Jeder ist darauf bedacht, beim Weihnachtsspiel nicht zu patzen. Zeit einmal, sich das Weihnachtsfest genauer anzuschauen.

 
 

Der Schock der Wahrheit

Wir Kinder mit der nackten Wahrheit um den Weihnachtsmann umgehen

(…) Nicht nur wir Erwachsenen könnten ja jetzt ein wenig schockiert sein, wenn uns so langsam dämmert, das die Weihnachtsgeschichte wohlmöglich gar kein/oder nicht nur ein historisches Ereignis war. Den Kindern geht es unter Garantie so. Irgendwann, so im Alter zwischen sechs Jahren und 13 Jahren trifft sie ja die Keule der Wahrheit. So hat mich als erstes interessiert, wie denn Kinder mit diesem Schock umgehen, wenn sie irgendwann feststellen müssen, dass es den Weihnachtsmann gar nicht wirklich gibt.

Wenn ich mich an meine drei Kinder erinnere dann stelle ich fest, dass das eher ein schleichender Prozess war der schlussendlich sich mit Jubel krönte, die Eltern doch entlarvt zu haben. Wobei, hin und wieder, so erinnere ich mich, konnte ich doch noch professionell Unsicherheiten säen und für reichlich Verwirrung sorgen. Spaß hat es mir gemacht, das Spiel mit dem Weihnachtsmann, wie wohl auch 80 Prozent aller anderen Eltern die im Jahre 2000 befragt wurden, ob sie den Weihnachtsmann-Mythos für ihre Kinder aufrechterhalten, und diese schelmisch grinsend mit einem klaren Ja geantwortet hatten. Das sah 1869 noch weniger motiviert aus. Da gaben nur knapp über die Hälfte der Eltern an, sich vor ihren Kindern für den Weihnachtsmann stark gemacht zu haben. Doch am Ende hat es uns Eltern allen nichts gebracht. Kaum entwickeln die Kleinen ihre kognitiven Fähigkeiten, entlarven sie das süße Spiel: „Papa, wie kann der Weihnachtsmann durch den Kamin kommen, wenn wir doch gar keinen haben?“

Wie nun die kleinen Raffengel mit dieser harten Konfrontation mit der Wahrheit zurechtkommen, das wollten auch die Wissenschaftler wissen. Im Dezember 2008 veröffentlichten dann auch Serge Larivée von der Universität von Montréal mit seiner Kollegin Carole Sénéchal die Ergebnisse ihrer Recherchen. Beide hatten sich mit Studien beschäftigt die einmal 1896 und 1979 mit rund 1.500 Kindern im Alter zwischen 7 Jahren und 13 Jahren unternommen wurden, und die herausgefunden hatten, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gibt. Nach diesen Studien wirkte sich der Schock über die kleine Lügengeschichte nicht sehr nachhaltig, geschweige denn traumatisierend auf die kleinen Probanden aus. Wo 1896 noch 22 Prozent der Kinder angaben, sie seien enttäuscht gewesen, waren es knapp hundert Jahre später schon 39 Prozent. Nur zwei, beziehungsweise sechs Prozent gaben an, sich wirklich betrogen gefühlt zu haben. Ganz gleich wie sie sich die Kleinen fühlten, alle haben schlussendlich die Spielregeln für diesen alljährlichen Stubenzauber akzeptiert und auch weiter mitgespielt, zum Beispiel um ihn für ihre jüngeren Geschwister aufrecht zu erhalten.

Nur noch so nebenbei: Interessant vielleicht zu wissen, dass 1896 es knapp ein Viertel der Eltern waren, die das kleine Geheimnis lüfteten, hingegen waren es hundert Jahre später schon fast die Hälfte, die unbedingt sich als Spielverderber profilieren mussten. Irgendwie schon komisch, oder? Da geben sich die Erziehungsberechtigten heute deutlich mehr Mühe als früher ihre Kinder an der Nase herumzuführen, müssen es dann aber auch unbedingt sein, die den Zauber lüften. Das ist ja fast schon eine egomanische Tendenz (Spaß!).

Das Geheimnis um den Weihnachtsmann

Der Weihnachtsmann ein mächtiges Symbol für diese Festtage. Dabei ist er noch gar nicht mal so alt. Zumindest in der Form, wie wir ihn heute kennen. Als pausbäckiger, dicker, alter und freundlicher Mann mit roter Kleidung und langem Bart. Übrigens auch alles Symbole. Jedes einzelne davon. Entstammen tut der Weihnachtsmann den alten Volkslegenden rund um den heiligen Nikolaus von Myra aus dem vierten Jahrhundert. Aus diesen Legenden bildete sich dann Stück um Stück und Jahrhundert um Jahrhundert unsere heutige Figur, der schlussendlich seit 1931 Coca-Cola zu seiner Berühmtheit verhalf.

Wirken tut der Mann mit Bauch und Umhang auf Kleine wie Große. Besonders amourösen Anklang findet er auch bei Frauen. Der dicke Bauch lässt Vermutung auf ein ebenso dickes Bankkonto zu, und ein derart kinderlieber Mann, punktet ja sowieso als Idealpartner. Auch ohne Sixpack und andere Proportionen.

Ganz egal ob als Legende entlarvt oder nicht, am Leben gehalten wird er, der Weihnachtsmann und das von Groß und Klein.

Kuriose Entdeckungen

Sagen & Mythen rund um Weihnachten und deren neuzeitliche Interpretation

Todestag des Osterhasen
Bildmotiv kommt von SpreadShirt. Dort kannst Du Dir das spezielle Weihnachts-Statement besorgen. Zwei Mal im Jahr dann passend zu tragen.
 

Sagen & Mythen 36% der bundesdeutschen Kinder haben keine Ahnung, was wir an Weihnachten feiern. Sogar 54% sind es im Osten Deutschlands. Den Todestag des Osterhasens zu feiern, ist sicherlich eine gute Idee, aber müsste man dann nicht kaputte Eier verschenken?

Zum Anlass genommen

Ganz so dramatisch ist es also nicht, mit der Wahrheit über Weihnachten – zumindest wenn es um den Weihnachtsmann geht. Man kann das sogar noch weiter relativieren. Nach einer Umfrage des Forschungsinstituts „iconkids & youth“ das mehr als 700 Kinder befragte, weiß sowieso nur jedes dritte Kind, warum wir Weihnachten überhaupt feiern (39 Prozent). Dabei stehen Kinder aus dem Westen (36 Prozent) erwartungsgemäß ein wenig besser da, als Kinder aus dem Osten (54 Prozent). Liebe Eltern, da scheint es also noch Aufklärungsbedarf zu geben, an Weihnachten feiern wir nämlich nicht den Todestag vom Osterhasen.

Sympathieträger Nr. 1

Dennoch, sympathisch bleibt der Weihnachtsmann trotz allem. Ganz egal ob man noch an ihn glaubt, oder nicht. Das stellten zumindest 2009 Forscher von der University of St. Andrews fest. Schuld daran ist das Kindchen-Chema. Viele Rundungen, die warm rot-rosa Farbe und sein liebevolles Wesen. Damit wirkt seine Haut als Zeichen für seine robuste Gesundheit, und als Erscheinung im Ganzen, wirkt er einfach als ideales väterliches Symbol, was nun nicht nur bei Kindern einen starken Instinkt weckt. Auf Frauen im speziellen wirkt der große Bauch wohl als Zeichen des Wohlstands und steht für ein dickes Bankkonto. So punktet Mr. Claus auch in diesem Bereich ganz unerwartet.

Die Wahrheit mit den Geschenken
2014 ist der Spitzenreiter bei Geschenken für Frauen: Das Buch! Wer hätte es gedacht. Bei Männern: Der Gutschein oder Geld. Danach erst kommen die ganzen kreativeren Weihnachtswünsche, wie: Kosmetik, Wellness, Schmuck und Kleidung (bei Frauen), oder Spielzeug aus der Unterhaltungselektronik (bei Männern.
 
Schenken wollen die Deutschen am liebsten Gutscheine oder Geld, dann Bücher, Süßkram, Kleidung und Spielzeug. Das passt ja – irgendwie. So desaströs wird dieses Jahr Weihnachten also nicht werden.
 
Aber Achtung: Männer verzeihen ihren Frauen einen Fehlgriff nicht so leicht wie umgekehrt. Also liebe Frauen aufgepasst, lieber vorher noch einmal nachfragen,  sonst feiert ihr im nächsten Jahr wohl möglich mit dem Osterhasen. 😉

Die Wahrheit über Geschenke

Weihnachten ohne Geschenke ist ja fast undenkbar. So veranstaltet alljährlich die Unternehmensberatung Deloitte die wohl größte Studie über das Kaufverhalten zu Weihnachten, die man sich nur vorstellen kann. Über 18.000 Verbraucher in 18 Ländern Europas und in Südafrika werden dabei unter die Lupe genommen. Darunter sind auch knapp 2.000 Deutsche. Hier kommen also die ersten drei Plätze der überraschenden Ergebnisse:

Auf Platz Drei stehen die elektronischen Spielereien. Aber nicht irgendwelche. Es sind die Tablets und Smartphones. Über zwanzig Prozent der 18- bis 24-Jährigen wünschen sich demnach ein Smartphone, bei jedem Dritten steht das Tablet auf der Wunschliste. Selbst 15 Prozent der 55- bis 64-Jährigen wünschen sich so ein digitales Spielzeug. Das Problem dabei ist nur, dass nur rund vier Prozent der Befragten sich auch vorstellen können, so ein Gerät zu verschenken. Wunsch und Wirklichkeit klaffen dabei so offensichtlich auseinander, wie bei fast keinem anderen Geschenk. Sechsmal häufiger stehen demnach Smartphone und iPad auf der Wunschliste, als sie schlussendlich auch gekauft werden. Zumindest war das 2012 so der Fall.

Auf Platz Zwei wird es jetzt gleich richtig Einfallsreich. Mit 41 Prozent gaben die Deutschen 2014 an, Bücher verschenken zu wollen. 26 Prozent begnügen sich mit Schokolade, gleich gefolgt von Parfüms und Kosmetika (24 Prozent) und CDs mit 17 Prozent. Na dann ist ja alles klar, was unter dem Baum dieses Jahr zu finden sein wird. Wir können gespannt sein, ob unsere Geschenke auch in die Quote passen. Aber eigentlich so richtig verwundern kann das ja nicht. Immerhin ist das Weihnachtsbudget dieses Jahr um 3.2 Prozent gesunken und damit nur noch auf einem Durchschnittswert von 437 €[i]. Damit lassen sich natürlich nur noch Bücher kaufen. Keine Frage. Vielleicht eins mit Goldschnitt?

Das steht auch auf Platz 1. Das ultimative Weihnachtsgeschenk ist für Frauen das Buch (55 Prozent), knapp gefolgt von Kosmetik, Wellness, Schmuck und Kleidung. Bei Männern sieht das erwartungsgemäß ein bisschen anders aus. Hier zählt in erster Linie: „Nur Bares ist Wahres!“ knapp gefolgt von Unterhaltungselektronik und ganz zum Schluss kommt erst das Buch. So ganz desaströs wird es also nicht werden. Statistisch gesehen stehen bei den Deutschen auch genau diese Dinge auf der Einkaufsliste. Zuerst Gutscheine oder Geld, dann die Bücher (oder eBooks), gefolgt von Süßwaren, Kleidung und Spielzeug. Das passt ja dann. Wunsch und Geschenk müssen jetzt nur noch richtig zueinander finden. Bei meinen Kindern steht dieses Jahr im Übrigen Mode an erster Stelle. Kein technischer Krimskrams. Schuhe, Hose, Hemd. Das ist ja mal bodenständig.

Das sieht ja ganz überschaubar aus, oder nicht? Falls Du nicht gerade eine Großfamilie zu beschenken hast, dann dürfte sich Dein Bankkonto von den Festtagen also rasch wieder erholen.

[i] Das Statistik-Portal statista kommt da übrigens auf einen anderen Wert. 399€ sind es hier bloß, die die Deutschen durchschnittlich geplant haben 2014 zu Weihnachten auszugeben.  

Der Wert von Geschenken

Wo wir gerade beim Bankkonto sind, das ist schon eine etwas ernüchternde Sache. Über 500 Studenten wurden 2009 an der Ruhr- Universität in Bochum dazu befragt, welchen Wert denn die Geschenke für sie haben. Das Ergebnis: ernüchternd. Im Durchschnitt ist den Beschenkten das teuer verpackte Gut rund zehn Prozent weniger Wert, als der Markt einmal dafür verlangte. Ökonomen würden dass jetzt: Effizienzverlust nennen. Ein Effizienzverlust des Schenkens, sozusagen. Dieser ist am höchsten bei Geschenken von Großeltern und anderen Verwandten. Folglich liegen diese am meisten daneben. Nun ja, wen wundert es.

Der Spieß dreht sich selbstverständlich um, wenn es darum geht, sein Geschenk anderweitig wieder an den Mann zu bringen. Dann wird ohne mit der Wimper zu zucken ein Aufschlag von bis zu zwanzig Prozent fällig. Ganz egal von wem das Geschenk nun eigentlich kam. Also gute Chancen Omas Socken doch noch zu vergolden.

Also, mach Dir am besten keinen allzu großen Kopf um den zu investierenden Betrag. Für wie wertvoll Dein Geschenk empfunden wird, hängt – wie Du gesehen hast – eher von Deinem Beziehungsstatus zum Beschenkten ab, als ausschließlich vom realen Marktwert. Ach ne, stimmt nicht ganz. Wenn Du Dein Krimskrams ordentlich und hübsch verpackst, dann punktest Du auf jeden Fall. Davon zumindest ist Daniel Howard überzeugt. Und der muss es ja wissen. Immerhin ist er Marketingprofessor an der Southern Methodist University in Dallas. Er weiß – Dank einer Studie aus dem Jahre 1992 – das alleine schon die Verpackung beim Beschenkten für gute Laune sorgt, und daher Dein Geschenk gleich ein paar Sympathiepunkte mehr einheimsen wird.

Ja nicht danebengreifen!

Mit der Schenkerei ist das aber eh so eine Sache. Besonders gefährlich für Frauen. Wenn die mal daneben langen, wird es heikel. So haben es zumindest Elizabth Dunn und ihre Kollegen herausgefunden. Wenn ein Mann bei der Wahl seines Geschenkes sich einmal vertun sollte (schwer vorstellbar, aber theoretisch ja mal denkbar), wirkt das offensichtlich lang nicht so dramatisch, wie umgekehrt. Die Frau zeigt sich von ihrer großherzigen Seite, sieht für die Zukunft der Beziehung weiterhin alles rosig, und in ihrem Tollpatsch weiterhin die richtige Wahl. Männer scheinen ein falsches Geschenk hingegen nicht so leicht zu verzeihen. Sie machen nicht viel Wirbel drum, und sehen schlicht gesagt einfach schwarz für die Zukunft.

Woran mag das liegen? Das liegt wohl unter anderem daran, dass wir uns wohler mit unserem Partner fühlen, wenn wir uns irgendwie ähnlich sind. Ähnlichkeit mit dem Partner wird mit einer größeren Zufriedenheit in der Beziehung verbunden. Wird dieses Gefühl nun nachhaltig beeinträchtigt, zum Beispiel durch ein doofes Geschenk, kann das entsprechende Folgen haben. Im Zweifel eben auch finale. Also liebe Frauen, aufgepasst. Verschenkt lieber gleich eine dicke Banknote, dann kann nichts schief gehen. Statistisch gesehen zumindest.

Geschenke

Geschenke werden leider, leider, leider von niemanden überbewertet. Das Gegenteil ist der Fall. Einen dicken Abschlag von mindestens 10 Prozent muss man schon einrechnen, wie der Beschenkte die Gabe bewerten wird. Noch schlimmer sieht es aus, wenn das Präsent von einem eher fernstehenden Beziehungspartner stammt. Großeltern haben damit also ganz verkackt. 

Aber es gibt Hoffnung: Hübsch verpackt ist schon die halbe Miete. Auch wenn es keinen Spaß macht, aber mit diesem kleinen Trick lässt sich der Effizienzverlust des Schenkens zumindest ein wenig wieder kompensieren.

Beim Verkauf sieht es übrigens anders aus. Da erreichen die einmals überreichten Herzensgaben gleich einen Wertzuwachs von mindestens 20 Prozent. Gute Geschäfte für ebay und Co. stehen dem „Nachweihnachtsgeschäft“ also bevor. 

XMAS REVISITED

Die ganze Wahrheit über Weihnachten

Aus der Reihe der Arbeitshefte zum Workbook Manipulation habe ich eine Sonderausgabe für Weihnachten herausgegeben. Beginnend bei den bildgewaltigen Mythen rund um die Weihnachtsgeschichte und wie man sie alternativ auch noch verstehen könnte, bis hin zu den oben bereits aufgeführten Entdeckungen der Wissenschaft zum Fest der Feste. Das Arbeitsheft gibt es nur als eBook (in allen Formaten, auch als PDF zum ausdrucken), nicht aber als Druckversion – dafür schenke ich es Euch zu diesem Weihnachtsfest. Viel Freude wünsche ich damit und natürlich ein fröhliches, lustiges und kuscheliges Weihnachtsfest, wo und wie auch immer ihr es feiern werdet.

Kostenlose Sonderausgabe

zum diesjährigen Weihnachtsfest

Die Weihnachtsausgabe des Arbeitshefts: XMAS REVISITED könnt Ihr Euch kostenlos im Shop in der Rubrik Arbeitshefte herunterladen. Diese Version gibt es nur digital und das auch nur bis zum „Heiligen Drei König“ kostenlos.

Du findest es zum kostenlosen Download hier!
Weitere Weihnachtsaktionen findest Du auf der Startseite des Shops

Xmas Revisited (IAX #10)
Share on Facebook0Share on Google+2Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn0Share on Tumblr0Email this to someone

Contact Us