John Bargh

Dank des Florida-Effekts, das Priming gefunden

John A. Bargh

John A. Bargh

John Bargh: (Er-)Finder des „Primings“

Der sogenannte “Florida Effekt” macht John Bargh berühmt und verschaffte ihm sofort ein Platz in der Ahnengalerie der Psychologie. Mit diesem Effekt konnte er zeigen, dass ein vorausgehender Reiz, massiven Einfluss auf die Verarbeitung aller Nachfolgenden hat.

Das Experiment, das ihn so berühmt machte, war eigentlich ein ganz simples. Nur drauf kommen muss man halt. Aber dafür sind diese Art Psychologen, die sich in der Verhaltensforschung und der Sozialpsychologie tummeln, berüchtigt. Also, was John Bargh tat, war eigentlich ganz simpel. Er lud zwei Gruppen zu sich an die Uni ein, und bat sie, sich mit ein paar einfachen Wortpaaren zu beschäftigen.

Die eine Gruppe hatte Wortlisten bekommen, die vor allem das Thema „Alter“ beinhalteten. So zum Beispiel: „vegesslich, Glatze, Falte, Stock, humplen, usw.“ Die andere Testgruppe hingegen hatte Wortlisten bekommen, die sich um das Thema „Jugend“ drehte. Diese beschäftigten sich also mit Assoziationen wie zum Beispiel: „gelenkig, spontan, Sport, Party, usw.“

Nun kam der eigentlichen Versuch. Mit einem Dankeschön entließ man beide Gruppen aus dem Labor. Nun wurde gemessen. Nicht etwa ihre kognitive Leistung. Nein. Es wurde gemessen, wie viel Zeit die einzelnen Gruppen benötigten, um aus dem Versuchsraum einen langen Gang hinunter, bis zum Ausgang zu schlendern. Und hier zeigte es sich: Die Gruppe, die sich mit den Listen rund um das „Alter“ beschäftigt hatten, brauchten signifikant länger zum Ausgang, als die Kontrollgruppe.

Dieser Versuch ging 1996 unter dem Namen: „Florida Effekt“ in die Liste der klassischen Experimente der Psychologie, bzw. Verhaltensforschung ein. Bargh hatte gezeigt, das man menschliches Verhalten durch einfach Priming nachhaltig beeinflussen kann.

Dummerweise konnte der „Florida Effekt“ jedoch 2011 nicht reproduziert werden. Das löste natürlich Kontroversen aus. Das Gute aber ist, dass diese fünf Jahre später, der Zug bereits längst abgefahren war. Thomas Mussweiler konnte zum Beispiel zeigen, dass der Florida Effekt auch umgekehrt geht. Ihm kam die sog. Embodyment Forschung zu gute. Er ließ seine Probanden einfach mit gesenktem Haupt, gebeugtem Rücken und schlurfend ein paar Minuten umher traben. Das Ergebnis: Diese Gruppe konnte nun deutlich besser Wörter, die mit „Alter“ zu tun haben, assoziieren.

Auch jüngste Verhaltensforschung hat gezeigt, dass alleine die Körperhaltung schon, einen mächtigen Einfluss auf unser inneres Erleben hat. So ließ sich nachweisen, dass zu viel SMS schreiben, oder „WhatsAppen“ auf dauer depressive Verstimmungen begünstigen kann. Warum? Na, überleg mal. Wie ist denn in der Regel Deine Körperhaltung wenn Du auf Dein Telefon hinunter starrst?

Vorhergehende Reize, ob sie nun sprachlich, visuell oder körperlich sind – das lernen wir aus dieser Art systemische Einflussnahme – prägen nachhaltig die Tendenz, wie wir uns im Folgenden Verhalten werden.

John Bargh

Einer der bekanntesten Priming Forscher

Priming

Der weltberühmte California Effect in der Reproduktion

Unter Priming beschreibt die Psychologie einen Effekt, bei der ein vorangehender Reiz die Verarbeitung aller folgenden beeinflusst. Dadurch, das durch was auch immer, vorangehend implizite Gedächtnisinhalte aufgrund von Vorerfahrungen aktiviert werden konnten, entsteht ein bahnendes Verarbeitungsmuster, das alle folgenden Reize entsprechend „einfärbt“. Diese Verarbeitungsroutinen laufen in aller Regel völlig unbewusst.

Der sog. California-Effect, hier in einer Reproduktion, zeigt eindrücklich, wie Probanden durch simple Assoziationsspiele auf einer Art und Weise geprimed werden können, die sich direkt in der Geschwindigkeit ausdrückt, in der sie sich fortbewegen.

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One thought on “John Bargh (Erfinder des Primings)


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