Bubble Porn

Bubble Porn

oder wie das Hirn Blasen platzen lässt!

Ein neues „Gespenst“ geht um, in der viralen Welt. Ein wirklich buntes. Lauter hübsche bunte Bubbles wabbern über mehr oder weniger aufregend-erotische Bilder und Videos: „Bubble Porn“ nennt die Internet-Gemeinde das. Passende Tutorials werden natürlich auch gleich mitgeliefert, so dass ein jeder sogleich seinem letzten, phantasiebegabten Erlebnis den passenden erotischen Anstrich geben kann.

Zugegeben, diese Art von Realitätsverzerrung ist schon ein Hingucker. Deutlich entspannter, als wenn man einen Kriegsgefangenen mit ner Waffe am Hirn anschauen muss (s.h. mein Artikel zum Thema: Massenmanipulation). Die Fortsetzung die in letzterem Falle das menschliche Hirn gestaltet, hat deutlich weniger mit Unterhaltung zu tun. Bei den Bubbles ist das natürlich was ganz anderes.

Der Effekt bleibt der Gleiche. Unser Gehirn füllt die fehlenden Informationen des Bildes in der Art und Weise aus, wie es das eben am liebsten hätte (Vgl. HM S.74ff). Die bunten Blasen platzen und wilde Sexszenen heitzen einem ein. Leider nur in der Phantasie. Die Auflösung lässt ja auch nicht auf sich warten – sonst hätten wir auch nichts zu lachen.

Es bleibt dabei: „Bubble Porn!“ gehört in Zukunft zu meinen favorisierten Präsentationsbeispielen, wenn ich die Themen: Erwartungen, Heuristiken und zielgerichtete Manipulation erklären werde. Das macht einfach mehr Spaß. Bisher hatte ich ja nur die „Falschparkerin“ – aber die ist auch sehenswert. Was ein Kopfkino – nicht wahr? 🙂

Anmerkung: Sucht doch mal in YouTube nach dem „Valins Effekt“ – der könnte Euch zu diesem Thema auch noch interessieren und erklärt ganz gut den Nutzen, den man mit derart Täuschungen erreichen könnte.

Heuristiken im Handbuch Manipulation

Bubble Porn

Ein schönes Beispiel für Heuristiken

Abkürzungen unseres Hirns sind es, die Verarbeitungsprozesse in unserem Kopf so irrsinnig schnell machen. Alle möglichen Impulse, wie zum Beispiel sinnliche Wahrnehmungen, Bedürfnisse, oder systemische Aspekte werden in windeseile mit bereits gemachten Erfahrungen und Netzwerken abgestimmt und dann eine Empfehlung für ein passendes Verhalten angeboten. Solche Prozesse nennt man auch „Heuristiken“.In dem wahnsinnigen Tempo unseres Gehirns liegt nicht nur seine Stärke, sondern auch seine größte Fehlerquelle. Kaum noch wird überprüft, ob das, was da an Entscheidungsempfehlungen zusammen geschustert wurde, auch noch überhaupt etwas mit der Realität zu tun hat. Eine kreative „Realitätsempfehlung“ für Wahrnehmung, Selbstbezug  und Bewertung entsteht, die selten noch etwas mit dem zu tun hat, was wirklich da vor dem eigenen Auge statt fand.

Am Beispiel der „Bubble Porn“ ist das eine super Sache. Wie man mit derart Musterprozessen aber auch selber zielführend und autonom umgehen kann, zeige ich im Handbuch Manipulation an vielen Beispielen.

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