Alfred Korzybski

Entwickler der Allgemeinen Semantik

Alfred Korzybski

Alfred Korzybski

Alfred Korzybski Alfred Graf Korzybski war ein polnisch-amerikanischer Mathematiker, Ingenieur, einer der ersten analytischen Philosophen und ein anerkannter Sprachwissenschaftler. Er gilt als einer der ersten Kybernetiker, auch wenn der Begriff “Kybernetik” für seine Art zu denken damals noch nicht verwendet wurde. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte er die „Allgemeine Semantik“.

Alfred Korzybski

und seine Theorie der Gesundheit

Alfred Korzybski (03.07.1879 Warschau, Polen – 01.03.1950 Connecticut, USA) schrieb 1933 sein Hauptwerk “Science and Sanity”, in welchem er wesentliche sprachwissenschaftliche Erkenntnisse seiner Zeit, Ansichten der analytischen Philosophie sowie die damals bekannten biologischen, neurobiologischen und evolutionsbiologischen Kenntnisse zu einem therapeutischen Modell integrierte. Auch wenn das Buch 1933 erschien und heute nicht mehr dem Stand der neurobiologischen Forschung entspricht, seine theoretischen Überlegungen stehen mit dem, was die moderne Hirnforschung an Erkenntnissen liefert, nicht im Widerspruch. Das therapeutische Modell, das auf seinen Forschungen basierte, nannte er “Neurolinguistisches Training”. Es ist das Vorläufermodell des heutigen “Neurolinguistischen Programmierens” (NLP).

Korzybskis Ziel war, eine “Theorie der Gesundheit” zu entwickeln. Damit meinte er sowohl die psychische als auch physische menschliche Gesundheit.

Der Ausgangspunkt Korzybskis Überlegungen besteht aus zwei Teilen, die beide in dem Landkartensatz zusammengefaßt wurden. Dieser lautet:

Eine Landkarte ist nicht das Gebiet, das sie repräsentiert, aber wenn sie korrekt ist, ist sie in ihrer Struktur der Struktur des Gebietes gleich (oder ähnlich), worin ihre Brauchbarkeit begründet ist” (Korzybski 1933).

Der erste Teil des Satzes besagt, daß eine Abbildung nicht mit dem identisch ist, was es abbildet. Der zweite Teil besagt, unter welchen Bedingungen eine Abbildung, eine Landkarte gut ist, d.h. zu funktionellen Handlungsentwürfen und damit Ergebnissen führt.

Der erste Teil basiert auf einer ausgiebigen Kritik an der Vorstellung, es gäbe so etwas wie Identität zweier Ereignisse, zweier Menschen usw. Zu dieser Kritik gelangte Korzybski über eine sprachliche Analyse des allgemeinen Gebrauchs des Verbs “sein”. Die Folge der Vorstellung, es gäbe so etwas wie “Identität”, ist nach Korzybski ein bestimmtes mentales Vorgehen, nämlich “Identifikation”, das zu inadäquaten Modellen und Handlungsentwürfen führt.

Alfred Korzybski

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Links rund um Alfred Korzybski

Quellen:

  • Inke Jochims, 1996, Berlin
  • ganzer Artikel auf NLP.at (hervorragend!)
  • Bildquelle: wikimedia

Die Landkarte ist nicht das Gebiet

oder wie das Hirn Realität erschafft

Der zweite Teil der Analyse Korzybskis beschäftigt sich damit, wie eine Abbildung in Relation zum Abgebildeten aussehen muß. Alle Abbildungen müssen den empirisch bekannten Daten entsprechen, d.h. Theorien, die von den empirisch bekannten Daten eines Bereichs abgelöst wurden, sind schlecht. Das gilt sowohl für individuelle Theorien (Glaubenssätze) wie auch für wissenschaftliche Theorien.

Korzybski analysierte hier vor allem sprachliche “Abbildungen” dahingehend, ob sie dem abgebildeten entsprechen. Also, wenn die Sprache suggeriert, daß etwas statisch und andauernd ist, tatsächlich aber handelt es sich um einen Prozeß, der mit einem “Statik” suggerierenden Begriff beschrieben wird, ist die Abbildung falsch. Um diese Kritik und Analyse leisten zu können, entwickelte er Kriterien für gute “Landkarten” und analysierte die Art der Begriffsbildung.

Dabei stellte er fest, daß das menschliche Nervensystem in verschiedenen Arbeitsschritten immer mehr abstrahiert, es legt bei jedem Schritt eine Landkarte der vorherigen Landkarte an, die weniger Details umfaßt, als die vorige. Jeder Abstraktionsschritt ist eine Meta-Karte zur vorherigen Karte. Das gleiche gilt auch für psycho-physiologische Zustände: Wenn über einen Zustand in einen Meta-Zustand gegangen wird, produziert dies einen neuen Zustand.

Grundlage sprachlicher Manipulation

auch wenn Korzybski das so wohl nicht im Sinn hatte

Korzybski wandte seine Analyse auch auf das menschliche Gehirn an. Seine Argumentation lautet im wesentlichen: Die Art der (sprachlichen) Landkartenbildung muß der Art und Weise entsprechen, wie das Gehirn tatsächlich arbeitet. Wenn man Modelle hat, die dem Gehirn entsprechen, wird Therapie funktionell. Mit Hilfe von Sprache kann man auf das Gehirn einwirken, da das Gehirn alle sprachlichen Ausdrücke verarbeiten muß. Wenn man das Gehirn trainiert, “falsche” Landkarten zu produzieren, kommt es zu inadäquaten Handlungsentwürfen. Aber auch die Reihenfolge, in der Informationen verarbeitet werden, vom Sinneseindruck bis zur sprachlichen Beschreibung desselben, ist entscheidend und muß trainiert werden.

Es muß sowohl ein Modell gefunden werden, das der Arbeitsweise des menschlichen Gehirnes entspricht, als auch eines, mit dem man Sprache beschreiben kann und das das Problem der Identifikation vermeidet.

So fand die NLP einen ihrer Grundpfeiler auf dem sie bis heute noch ganz erstaunliches zu leisten vermag.

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